1988 – Moorbrand Borstel

Moorbrand Borstel

Am Himmelfahrtstag ging um 13.42 Uhr eine Meldung über einen Flächenbrand im Borsteler Moor ein. Sofort wurden von der Feuerwehreinsatz-Leitstelle alle Feuerwehren der Samtgemeinde Siedenburg alarmiert. Die ersten eintreffenden Feuerwehrkräfte forderten angesichts der Lage und Ausbreitung des Brandes weitere Unterstützung an. So wurden von der Leitstelle auch die Feuerwehren von Schwaförden, Sudwalde, Affinghausen, Schmalförden, Nordsulingen, Lindern, Barenburg, Varrel und Sulingen alarmiert.

Da das Einsatzgebiet genau auf der Kreisgrenze Diepholz-Nienburg lag, wurde die Leitstelle in Nienburg informiert, die die Alarmierung im Landkreis Nienburg übernahm. Gemeinsam nahmen die Brandschützer die Brandbekämpfung von der Ostseite des Flächenbrandes auf.

Schnell musste aber feststellt werden, dass der Einsatz sich komplizierter gestaltete, als zuerst angenommen. Wasserentnahmestellen fehlten, Zuwegungen waren für Feuerwehrfahrzeuge nicht geeignet. Ein starker Ostwind trieb das Feuer schnell weiter fort.

Das Einsatzgebiet wurde darauf hin in zwei Abschnitte aufgeteilt. Während die Feuerwehren des Landkreises Nienburg von der Ostseite vorgingen, wurden die des Landkreises Diepholz nun aus südwestlicher Richtung eingesetzt. Zu deren Wasserversorgung verlegten die Einsatzkräfte 3 B-Leitungen zur Siede, jeweils ca . 2,5 km lang.

Nach jeweils 12 Stunden wurden die Feuerwehrleute abgelöst. Alle 4 Bereitschaften des Landkreises Diepholz kamen bei dem viertägigen Einsatz zur Ablösung "verbrauchter Kräfte". Dadurch waren insgesamt 1370 Feuerwehrmänner des Landkreis Diepholz im Einsatz. Es wurden ca. 11.000 Meter Schläuche verlegt, durch die ca. 7.000.000 Liter Wasser in das Schadensgebiet befördert
wurden. Zusätzlich beteiligten sich 4 Hubschrauber, mit Außenlastwasserbehältern und 2 Transall-Flugzeuge Bundeswehr - "Firefox 1 und 2"- an den Löscharbeiten . Bei jedem Überflug versprühten sie aus einer
Höhe von nur 20 bis 25 Metern 12.000 Liter Löschwasser. Als Zielorientierung stand der Polizeihubschrauber "Phönix 96" in der Luft.

Die Landwirte aus der Umgebung brachten Löschwasser mit Güllebehältern ins Moor. Sämtliches Gerät und Personal musste in die Geländewagen der Kreisfeuerwehr umgeladen und so zur Einsatzstelle gebracht werden. Wo auch die Geländewagen nicht mehr vorwärts kamen, wurden Kradmelder eingesetzt.

Nach 3 Tagen war der Brand eingedämmt, danach wurden Nachlöscharbeiten vorgenommen und schließlich die Gerätschaften abgebaut. So endete der am 12.05. um 13.42 Uhr gemeldete Brand am 15.05. um 19.30 Uhr. Übrigens wurde kurz nach Einsatzbeginn ein Erkundungstrupp mit einem privaten PKW durch drehenden Wind vom Feuer beinahe eingeschlossen . Durch starke Rauchentwicklung von der Straße abgekommen, gaben die Feuerwehrleute den PKW auf und flüchteten zu Fuß. Nach Ablöschen des Brandes glaubte der Autobesitzer seinen Augen nicht zu trauen!

Das Feuer war um das Auto herum gelaufen, lediglich ein Rücklicht zeigte leichte Brandspuren .

Das Feuer hatte eine Fläche von rund 50 Hektar in Mitleidenschaft gezogen. Vernichtet wurden durch das Feuer nach Angaben der Firma Torfwerke Meiners

5 .677 cbm in Volldeichen
5.278 cbm in Halbdeichen
1.905 cbm in Schlägen
Insgesamt 12.860 cbm Torf.

Ferner wurden 16 Loren, 1 Schutzhütte und ca 55 Meter Gleis vernichtet.